Schneeschuhtage in St. Antönien

…eine der schönsten, wenn nicht gar DIE schönste Schneeschuhtour in Graubünden…extrem hübscher Panoramablick…mit den Öffis erreichbares Winterjuwel…mit pinken Holzpfählen markiert über liebliches Gelände… So wurde uns der Rätikon Panorama Trail Stels – St. Antönien angepriesen. Und jedes Wort davon ist wahr! Aber der Reihe nach…

Viele von uns (Holger, Maximilian, Dirk, Sönke, Fee, Ulrike und Julia) und erst recht unser Tourenleiter Ulrich haben in der Nacht zum Sonntag kaum ein Auge zugetan. Die Anreise am frühen Morgen… kommt der Zug aus Regensburg pünktlich in Freising an? Kommt er überhaupt? Werden wir den gebuchten EC in München erwischen? Unser Reiseplan war von Ulrich minutiös ausgetüftelt – und alles hat geklappt! Ach überhaupt, Bahnfahren in der Schweiz, alles sauber, alles pünktlich, alles fein!

In St. Antönien im „Gemsli“ (= schnuckeliger uralter Gasthof in Familienhand) angekommen, schnallten wir nach einer kleinen Stärkung mit der leckeren Bündner Gerstlsuppe hurtig unsere Schneeschuhe für eine kleine Erkundungstour unter die Füße. Die Kalkriesen des Rätikon versteckten sich aber noch hinter dicken Wolken. Vielleicht brachten die ja den ersehnten Schnee?

Am Montagmorgen verzauberten dichte Schneeflocken tatsächlich das Partnuntal in ein Winterwunderland und beim Hochstapfen zum Partnunsee bekamen wir schon einen Eindruck, wie sich das Spuren im Tiefschnee anfühlt. Puh, ziemlich anstrengend! Aber dafür gab´s im Alpenrösli köstliche Bündner Spezialitäten von einer fröhlichen Hüttenwirtin serviert. Beim Abstieg ließen die Wolkenlücken schon erahnen, welche Pracht uns am nächsten Tag erwarten würde. So konnten wir es verschmerzen, dass uns unser Guide am Ende der Tour im Stich ließ, weil er Besseres vorhatte: Er ließ sich die Muskeln durchkneten von der Gemsli-Wirtin, die nicht nur eine begnadete Köchin ist – das hätten unsere müden Beine auch vertragen.

Am Dienstagmorgen gab es bei strahlendem Sonnenschein für uns erst einmal eine Bewährungsprobe für Nerven und Mageninhalt: mit einem Höllenritt im Schulbus! Der Fahrer sammelte alle Schul- und Kindergartenkinder von den einzelnen Gehöften ein und raste in einem dermaßen atemberaubenden Tempo die steile kurvige Bergstraße hinunter, dass wir uns wunderten, wie er jeden Tag alle Kinder heil unten ablieferte. Nach diesem Adrenalinstoß gings gemächlich mit zwei anderen Postbussen weiter und hoch hinauf nach Stels-Mottis. Und dort startete unser Schneeschuh-Trail der Superlative. Eine Panorama-Tour vom Feinsten: vorbildlich pinkfarben markiert, mit frischem Schnee überzuckert, sanfte Anstiege, die mit knackigeren Passagen abwechselten, ein atemberaubendes 360°-Panorama und keine Menschenseele unterwegs außer uns! Ob wir vor Ergriffenheit schwiegen oder weil uns die Puste ausging – wer weiß…

Nach einer Brotzeit auf der Alpe Valpun frischten wir bei einem heiteren Versteckspiel mit Ulrichs antikem Lawinen Pieps unsere Kenntnisse in der Bergung von Verschütteten auf. Der Pieps wurde erfolgreich ausgegraben.

Viel zu schnell waren die Schneeschuhtage vorbei, weil wir am Mittwoch nur noch ein paar Höhenmeter am Gafia-Bach entlang stapfen konnten, bevor wir uns mit unseren Siebensachen auf die lange Heimreise mit den Öffis machten.

Danke, lieber Ulrich, die Tage im Prättigau waren einfach „patschifig“ (= bündnerisch für gemütlich, gelassen)!

Ulrike Berberich

Fotos: Ulrike Berberich und Dirk Hoops

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