Am Sonntag, den 17. August 2025 machten sich 8 Wagemutige (Ulrike, Hildegard, Holger, Maximilian, Thomas, Ulrich und Neuling Christoph) per Bahn ab 06.00 Uhr unter der Leitung von Ulrich Kias auf zur mehrtägigen Tour „Rund ums Kleinwalsertal“.
Den ersten Schrecken bekamen wir, als wir das bewölkte Wetter in Freising gegen Regen im Allgäu eintauschten. So befürchteten wir, dass wir triefend nass unseren ersten Tag verbringen mussten. Es stand durchaus zur Diskussion, dass wir alternativ den ganzen Tag Seilbahn fahren könnten, da unser Kleinwalsertal-Pass Seilbahn fahren „unlimited“ beinhaltete. Doch ab der Bergstation der Söllereckbahn war uns das Wetter etwas gewogener, so dass wir uns bei Bewölkung und vorbeirauschenden Nebelschwaden auf zur Etappe des ersten Tages machten, der Gratwanderung über Sölleralpe zum Fellhorn und weiter zur Kanzelwand. Wegen der teilweise dichten Wolken auf Gipfelhöhe haben wir die Kanzelwandbesteigung ausgelassen und uns im Panoramarestaurant der Kanzelwandbahn Kuchen und Getränke schmecken lassen. Auf Grund des hohen Rentneranteils der Gruppe 😉 war der einhellige Tenor, dass man nicht mehr auf Teufel komm raus auf jeden Gipfel muss, lieber stehe jetzt Genusswandern im Vordergrund. Da der Himmel nun etwas mehr aufriss und wir so schön im Panoramarestaurant beisammensaßen, sparten wir uns den fußläufigen Abstieg nach Riezlern und haben stattdessen wieder die Seilbahn hinunter ins Tal genutzt.
Dort checkten wir im Hotel Post ein und die Zeit bis zum Abendessen stand zur freien Verfügung. Die einen nutzten diese für einen Spaziergang, die anderen waren in Dampfbad und Sauna. Pünktlich zum Abendessen war die Gruppe wieder versammelt und besprach bei einem gut schmeckenden Tagesabschluss die morgige Tour mit Blick auf erfreuliche Wetteraussichten. Am nächsten Morgen brachen wir nach einem genussvollen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein mit dem Lift auf zurück zur Kanzelwand, um zu unserer nächsten Unterkunft – der Mindelheimer Hütte – zu gelangen. Über die innere Kuhgehrenalpe stiegen wir auf zur Kuhgehrenspitz, weiter über die Wannenalpe und durch das Wildenbachtal, bis wir die Kemptener Scharte auf Höhe der Hütte erreichten. Einigen war der Aufstieg allerdings noch nicht genug, so dass es vor der Hütte einen kurzen Abstecher auf das Kemptner Köpfle auf 2191 m mit traumhaftem Ausblick gab. Nun aber doch genug und auf zur Hütte, auf der wir uns das Abendessen schmecken ließen.
- Tiefblick Kleinwalsertal
- Panorama Kanzelwandbahn
- Kemptner Köpfle
- Aufstieg Geißhorn
- Gipfel Geißhorn
- im Tal
Am nächsten Morgen brachen wir wieder bei bestem Wetter auf, um als Zwischenstation auf das Geißhorn, gleichzeitig unserem höchsten Gipfel auf 2366 m, zu gehen. Dort hatten wir ebenfalls einen wunderbaren Blick, sowohl in die Ferne auf die Allgäuer Alpen, als auch in die Nähe auf vier Steinböcke, die unser Tun allerdings nicht weiter beachteten. Über das Gemsteltal marschierten wir nun wieder talwärts, um dort nach Baad in unsere nächste Übernachtungsherberge zu kommen. Für die Abendverpflegung mussten wir diesmal den Bus für ein paar Stationen nehmen, das Aussteigen viel manchen dabei nicht so leicht…
Der nächste Morgen weckte uns mit tristem Regenwetter. Leider verhießen auch die weiteren Tagesverläufe beim Wetter eher Verschlechterung als Verbesserung. So beschlossen wir, der noch ausstehenden Unterkunft leider abzusagen und stattdessen einen Tag früher die Heimreise anzutreten. Nicht aber, ohne uns vorher noch ein Highlight aus dem vielfältigen Angebot des Allgäus anzusehen. So machten wir uns auf den Weg zur Breitachklamm, eine der tiefsten Felsenschluchten Mitteleuropas. Diese durchquerten wir mit ehrfürchtigem Staunen, aber da uns die Tour noch nicht ausreichte, gingen wir auch gleich noch den Rest der Strecke nach Oberstdorf zu Fuß.
Nach einem letzten Kaffee ging es anschließend per Bahn wieder zurück nach Freising, wo wir uns alle voneinander verabschiedeten.
Alles in allem war es zwar schade, dass wetterbedingt einige Änderungen im Tourenablauf stattgefunden haben, aber dennoch haben sich die Tage mehr als gelohnt!
Allerdings: wir kamen auch in Kontakt mit den Auswüchsen des „Over-Tourism“ im Kleinwalsertal. Gerade am ersten Tag auf dem Grat zwischen 2 Bergbahnen waren wir alles andere als alleine unterwegs und auch in der Mindelheimer Hütte herrschte am Abend ein Lärmpegel, wie man ihn vielleicht vom großen Keller im Weihenstephaner Bräustüberl gewohnt ist. Bergeinsamkeit sieht anders aus! Umso mehr haben wir die Passagen genossen, auf denen wir mit nur wenigen Wanderern unterwegs waren.
Bericht: Christoph Reber
Fotos: Ulrike Berberich, Ulrich Landes, Christoph Reber






