NEU: Kraut des Monats (4)

Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria)

Viele wissen es aus schmerzhafter Erfahrung: Eine Wunde hat man sich beim Bergsteigen schnell zugezogen. Das Bein an einem toten Ast aufgekratzt, ausgerutscht und sich dummerweise am Stacheldraht festgehalten, oder bei der Gipfelbrotzeit mit dem Messer ausgerutscht…die Liste der Heldenwunden ist lang. Und dann hat man noch nicht mal was zum verbinden dabei! Dumm gelaufen, müsste man jetzt sagen, aber zum Glück gibt es den Wundklee!

Der Name sagt es schon: In der Volksheilkunde ist er ein altes Mittel zur Wundheilung, aber auch gegen Husten. Die Pflanze enthält Saponine, das sind Stoffe, die stark zusammenziehend auf das Gewebe wirken und so Blutungen stillen. Mit dem Absud wäscht man frische Wunden aus, Umschläge helfen bei schlecht heilenden Wunden und bei Frostbeulen. Für Bergsteiger ist er ein gutes Erste-Hilfe-Kraut bei kleinen Wunden. Dazu legt man einfach etwas von dem zerdrückten Kraut auf die Wunde.

Der Wundklee ist keine ausschließliche Alpenpflanze, aber weil er sonnige Wiesen und Kalkboden liebt, findet man ihn im Gebirge besonders oft. Mit seiner langen Wurzel kann er auch Wasserreserven tief im Boden erreichen und wächst deshalb auch auf trockenen Standorten problemlos. Auch in der Natur ist der Wundklee so etwas wie ein Wundheiler. Er wächst besonders gern an Stellen, an denen die Erde z. B. nach Lawinenabgängen oder Grabungen offenliegt, er heilt also sozusagen auch die Verletzungen der Erde.

Auch als Zauberkraut soll der Wundklee einsetzbar sein. Früher legte man kleinen Kindern das Kraut in die Wiege, um sie vor dem „Verschreien“ (Verhexen) zu schützen. Daher kommt auch der in manchen Gegenden übliche Name Schreiklee.

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