Der Bär unterwegs – Teil 1

Der Bär unterwegs

Corona hat unsere Aktivitäten eingeschränkt. Trotzdem hat sich unser Bär auf den Weg gemacht und -coronatechnisch korrekt- einige ansprechende Wanderungen in der näheren und auch etwas weiteren Umgebung unternommen. Aber lassen wir den Bären selbst berichten.

Hallo zusammen, manche von Euch kennen mich schon aus dem Mitteilungsblatt. Jahrelang lag ich unbeachtet auf einem Bücherregal. Kein Ausgang, auch ohne Corona. Kaum gab es die Ausgangsbeschränkungen wegen Corona, meinte mein Besitzer, dass Bewegung an der frischen Luft gut für ihn sei. Und dann ging´s los. Jedes Wochenende ging es raus an die frische Luft. Ich musste mit. Politisch korrekt mit Mund-Nase-Bedeckung, damit man von der frischen Luft nicht gar so viel abbekommt.

Aber es war eigentlich ganz lustig. Der erste Ausflug ging ins Urdonautal. Konstein und Aicha, diese Orte kennen alle Kletterer. Zunächst am Fuß der schroffen Felstürme entlang wanderten wir schließlich gemütlich durch ausgedehnte Wälder und über die typischen kahlen Trockenhänge zur Altmühl. Nach 20 Kilometern Spaziergang, wie es mein Besitzer bezeichnete, kamen wir wieder zurück zum Parkplatz.

Am Sonntag danach marschierten wir, also mein Besitzer, seine Frau und ich, durch die Wälder nördlich von Freising. Im Xaveriental machten wir bei einer Imkerin Pause. Honig gab´s allerdings noch nicht. An der Wieskirche trafen wir (rein zufällig natürlich) Katrin und Thomas, die nichts Besseres zu tun hatten, als sich uns anzuschließen. Wir gelangten schließlich über den Waldlehrpfad zur „Plantage“. Dort war es richtig gespenstisch. Der Biergarten war ausgestorben, weil geschlossen. Weiter ging es dann über Weihenstephan, den Hofgarten und das sog. „Brünnerl“, wo nach Angaben meines Besitzers Freisinger Klettergeschichte geschrieben worden sein soll. Mein Besitzer behauptet, dass auch er vor mehr als 30 Jahren da an den Mauern rumgeturnt sei. Die Worte hör´ ich wohl…..  Über den Schlangenweg ging es schließlich zurück in die Stadt, wo ich eine Menge meiner Cousinen und Cousins traf.  Diesmal waren es bloß 15 Kilometer, aber dafür gab´s noch ein Eis.

Gestern ging´s dann in den vorderen Bayrischen Wald. Wir, das sind mein Besitzer nebst Gattin Katrin Thomas mit seiner Frau Katrin und ich, waren zeitig am Parkplatz und erreichten auch bald den ersten Gipfel, den Schopf. Da standen zwar ein riesiges Gipfelkreuz und eine Bank inmitten der Felsbrocken. Aber es standen auch viele hohe Bäume, die jede Fernsicht verhindert haben. Weiter ging es an einem lustig plätschernden Bachlauf entlang, mein Besitzer meinte, es handle sich um einen ca. 300 Jahre alten Kanal, der die Wasserversorgung einer Mühle sicherstellen sollte. Naja, ich glaub das mal. So ab der Mittagszeit merkte ich deutlich, dass die coronabedingten Beschränkungen offenbar gelockert worden sind. Zwei Wochen zuvor, im Urdonautal haben wir außer einem Schäfer und seiner Herde keine Menschenseele getroffen. Jetzt plötzlich kamen dauernd Mountainbiker daher und auf dem Gipfel des Hirschensteins lagerten bereits ganze Völkerstämme. Wir haben uns deshalb selbst isoliert und hielten unsere Gipfelrast auf dem höchsten Punkt, einer bizarren Felsgruppe, ab. Mein Besitzer meinte (auch das glaub´ ich mal), dass der Name des Berges daher stammen würde, dass ein Hirsch auf der Flucht vor dem Jäger tollkühn in die Tiefe gesprungen und so entkommen sei. Deshalb könne man auf den Felsen noch die Abdrücke seiner Hufe sehen. Also ich habe lediglich drei geklebte Haken gesehen. Die Sonne schien und auf den angewärmten Felsen hielten wir es noch eine ganze Weile aus. Aber schließlich brachen wir auf und marschierten zurück zu den Autos. Diesmal waren es nur noch zwölf Kilometer Wanderung. Die lassen nach.

Soweit der Bericht des Bären. Ich geb ja zu, dass der Bär immer etwas grantig rüberkommt und seine Berichte sehr nüchtern wirken. So ist er halt.

Aber vielleicht können Euch die Bilder von seinen Ausflügen einen kleinen Eindruck vom Frühling vermitteln. Die zahllosen Blumen und Blüten, der Duft blühender Rapsfelder und das Summen der Insekten, das alles gibt es ganz in der Nähe und man kann es erleben – trotz oder vielleicht sogar wegen Corona.

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