Bärgtour am Nagelspitz

Bergeinsamkeit am Spitzingsee? Noch dazu an einem sonnigen Samstag? Das gibt´s ja gar nicht. Doch – gibt es schon!

Ein lohnendes Ziel für Freunde wegloser Anstiege, des Latschenkampfes, der leichten Kraxelei und der Einsamkeit gibt die Nagelspitze ab. Der Berg ist mit seinen 1554 m Höhe nur eine kleine Erhebung in dem langen Grat, der vom  Jägerkamp nach Norden zieht. Von der Bundesstraße nach Bayrischzell sieht man die felsigen Ostabbrüche aus dem Wald ragen. Der Gipfel liegt fernab aller Wanderwege und bekommt deshalb nur selten Besuch. Der Aufwand hält sich in Grenzen und wir können hier noch die wilde Ursprünglichkeit der Natur erleben.

 

Anmerkung des Bären:
„Es ist immer das Gleiche.: Mein Besitzer findet immer so aufrüttelnde Phrasen für seine verschlafenen, unmotivierten und unwissenden Opfer, die über das, was sie erwarten wird, getäuscht werden. Und immer wieder fallen sie darauf herein. Eigentlich müssten sie den Schwindel ja schon durchschauen“.

Zunächst ging es hinauf zur Jägerbauernalm (Anmerkung des Bären: „den Weg bin ich eine Woche zuvor schon gegangen“). Von dort über Wiesen und Weidegelände an den Fuß eines kleinen Felssporns, wo Kühe einen Trampelpfad durch die Latschen getreten haben. Nach den Regenfällen der letzten Tage war das etwas matschig („Also, um ehrlich zu sein: Der Batz war teilweise knöcheltief. Die Steine glitschig, für das Durchqueren der Tümpel wären hohe Gummistiefel ganz hilfreich gewesen“, Anmerkung des Bären).

Nach einer knappen halben Stunde über kleine Wiesen, durch Waldstücke und Latschenfelder (Der Bär zitiert aus einer Beschreibung der Tour, die er im Internet gefunden hat: „Hier nach links (Richtung Nordosten) weglos entlang des Kammes durch den Wald und schon bald etwas auf die linke Kammseite ausweichend. Wenn es hier nicht mehr weitergeht, weil die Vegetation zu dicht wird, wechselt man auf die rechte Seite des Grates und sollte hier zumindest wieder Trittspuren durchs Dickicht finden“) gelangten wir zum finalen Gratanstieg. Die kleine Felsstufe war auch schnell, der Bär wurde dabei ans Seil genommen, überwunden und vom Gipfel aus konnten wir einen herrlichen Blick auf den Schliersee und die benachbarten Berge genießen. Ein Gipfelbuch gab es auch. Die Einträge darin reichten zurück bis ins Jahr 2013. Viele Leute kommen tatsächlich nicht hier hoch („Ich weiß auch weshalb“, Anmerkung des Bären).

Für den Rückweg hatten wir alle Zeit der Welt und fanden auf einer herrlichen Blumenwiese Zeit für eine ausgiebige Mittagspause und anregende Gespräche.

Zurück an der Jägerbauernalm hatte uns der gewöhnliche Trubel wieder eingeholt.

Fazit: einige Passagen sind völlig weglos, teilweise geht es auf Tier- oder Trittspuren durchs Dickicht. In diesem Gelände muss man sich stellenweise einfach durchkämpfen und ein wenig Geduld bei der Wegsuche mitbringen. Doch genau das ist auch der Reiz dieser Tour: Hier wird, so ein Autor im Internet, Pioniergeist mit Bergeinsamkeit belohnt.

 

Suche
Archiv