Allalinhorn über Hohlaubgrat

Schnell sein lohnt sich – das gilt oft im Leben, manchmal beim Bergsteigen (dazu später) und oft bei der Buchung der DAV-Touren. So hatten wir (Flo und Felix) das Glück, uns für die begehrte Hochtour auf das Allalinhorn, die Jens angeboten hatte, anzumelden und einen der begehrten Plätze zu ergattern. Die lange Warteliste hat gezeigt, dass sich die Entscheidungsgeschwindigkeit gelohnt hat.

Während Flo sich eine ganze Woche Zeit genommen hatte, ins Wallis nach Saas Fee zu fahren, sind Jens und Felix am Freitag mittags in Freising losgefahren und abends in Saas Grund angekommen. Am nächsten Tag ging es auch schon früh los: Wegen schlechter Wetteraussichten sind wir früh aufgebrochen und erreichten bereits vormittags die Britannia-Hütte. Mit gutem Essen, Wasser zu schweizer Preisen und einem sehr leckeren Génépi zum Schlafengehen ging der Tag zu Ende.

Nach sehr wenig Schlaf begann der nächste Tag für uns um 03:00 Uhr. Im Dunkeln ging es über den spaltenreichen Hohlaubgletscher, die Spalten waren aber meistens offen. Bald schon erreichten wir die steilen Flanken des Hohlaubgrates. Bei Tagesanbruch waren wir bereits am Grat. Meistens ausgesetzt, oft steil und immer mit großartiger Aussicht konzentrierten wir uns auf unsere Schritte und erreichten nach ein paar Stunden die Schlüsselstelle, einen Felsriegel im III. Schwierigkeitsgrad. Nachdem wir diesen überwunden hatten, standen wir auch schon oben auf dem Gipfel und genossen die Aussicht. Wie sich herausstellen sollte, war auch hier unser Timing perfekt:

Viel angenehme Zeit auf dem Gipfel blieb nicht – Kurz nachdem wir uns und das Gipfelkreuz abgeklatscht hatten, erreichte uns der Strom an Bergsteigern, die mit der ersten Gondel hochgefahren und den Normalweg hochgelaufen waren. Unser Zeichen, den Abstieg anzutreten. Zügig stiegen wir den Normalweg ab, bestaunten Wanderer, die auf Schneebrücken über Gletscherspalten stehen blieben, um in die Gletscherspalte zu fotografieren (wie gesagt, schnell sein lohnt sich – hier aber gut ausgegangen) und fanden uns nach kurzer Zeit im Skigebiet bei der Bergstation Klein Allalin wieder. Da das Skigebiet die einzige Möglichkeit gewesen wäre abzusteigen, investierten wir ein paar Schweizer Franken in unsere Knie und fuhren mit der Zahnrad- und Seilbahn wieder hinab ins Tal nach Saas Fee. Nach einem gemeinsamen Abschlusskaffee und einem wiedergefundenen Wanderstecken war es Zeit für die lange Heimreise.

Ein großes Dankeschön an Jens für die großartige Organisation dieser spektakulären Tour.  Dank Jens’ souveräner Leitung kam bei aller Ernsthaftigkeit des Berges die lockere Stimmung nie zu kurz!

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